Akku-Netz

Akku-Netz statt Dieselnetz?

Das Dieselnetz im Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) umfasst vier Nebenstrecken: Ab Dresden starten Züge nach Kamenz und Königsbrück, ab Heidenau nach Altenberg und von Pirna nach Neustadt (Sachsen) und Sebnitz.

Derzeit sind dort Dieseltriebwagen des Typs Desiro des Herstellers Siemens im Einsatz. Der aktuelle Verkehrsvertrag mit der Städtebahn Sachsen startete im Jahr 2014 und läuft bis zum Dezember 2024.

In Vorbereitung der Neuvergabe des Netzes untersucht die Technische Universität Berlin nun gemeinsam mit Bom­bar­dier Trans­port­ation im Auftrag des VVO die Möglichkeit, Fahrzeuge mit einen batterieelektrischen Antrieb auf diesen nicht oder nur teilweise elektrifizierten Strecken einzusetzen.

TALENT 3

Der Talent 3 Batterietriebzug (BEMU, von „Battery Electrical Multiple Unit“) von Bombardier kann unter Oberleitung als Elektrotriebzug und auf oberleitungsfreien Strecken im Batteriebetrieb fahren und so Dieseltriebzüge ersetzen.

Da der Streckenabschnitt Heidenau – Dresden-Klotzsche bereits elektrifiziert ist, kann der Einsatz solcher Fahrzeuge sinnvoll sein. Zudem strebt der Freistaat Sachsen in der Zukunft einen weiteren Ausbau der Elektrifizierung an, so dass die Triebwagen über einen längeren Streckenabschnitt laden können. Die im Sommer 2018 beauftragte Machbarkeitsstudie prüft daher die Wirt­schaft­lichkeit der neuen Technologie und die mögliche Umsetzung.

Der VVO hat die TU Berlin und Bombardier mit der Untersuchung beauftragt, da diese bereits umfangreiche Erfahrungen mit batterieelektrischen Antrieben gesammelt haben. Im Rahmen des Projektes BEMU fördern das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) und die Nationale Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NOW) die enge Kooper­ation zwischen den Fachgebieten „Schienenfahrwege und Bahnbetrieb“ sowie „Methoden der Produktentwicklung und Mechatronik“ und Bombardier Transportation.“ Durch die Zusammen­arbeit profitieren alle Seiten von Synergie-Effekten, da neue Modelle nicht immer wieder von Grund auf erstellt werden müssen.

Bombardier hat im Rahmen des Projektes einen Triebwagen mit Li-Ionen Traktionsbatterien ausgestattet. Ist der Zug auf einer elektrifizierten Strecke unterwegs, lädt er über den Stromabnehmer auf dem Dach die Akkus auf. Wenn er dann ohne Oberleitung weiterfahren muss, nutzt er die gespeicherte Energie für den Antrieb.

Die Partner gehen davon aus, dass die Ergebnisse über eine mögliche Umsetzung im Februar 2019 vorliegen.