Neue Projekte für die Schiene

Weitere Informationen

Den aktuellen Stand des Nahverkehrsplanes (10.10.2011) können Sie hier herunterladen:

Zwanzig Jahre nach Start des VVO-Tarifs in Bussen und Bahnen in Dresden und der Region Oberelbe warf der Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) im Mai 2018 einen Blick auf Zukunftsprojekte im Schienenpersonennahverkehr.

Mit der Idee für eine S-Bahn Elbe-Elster und eine S-Bahn Elbe-Lausitz wollen wir zudem die Angebote für Pendler zwischen Riesa, Elsterwerda, Großenhain und Dresden sowie zwischen der Landeshauptstadt und Bautzen, Kamenz und Königsbrück verbessen.

Das Projekt eines Regionalexpresses Elbe-Labe kann zu­künftig eine schnelle Verbindung zwischen Ústí nad Labem und Dresden schaffen und so die weitere Vernetzung zwischen Nordtschechien und Sachsen fördern.

S-Bahn Elbe-Elster

Die geplante S-Bahn Elbe-Elster (S 5) ermöglicht ein dichteres Angebot nach Riesa, das derzeit nur stündlich mit dem RE be­dient wird. Zwar können heute Pendler mit ihren Zeitkarten die IC und ICE-Züge nutzen, aber für den Gelegenheitsverkehr ist der Stundentakt weniger attraktiv.

Zudem trägt der VVO mit diesem Projekt, dass eine Flügelung der Züge in Priestewitz vorsieht, dem wachsenden Zuspruch sowohl in Riesa als auch in Großenhain Rechnung. Stiegen in Riesa 1998 täglich 2.900 Personen ein und aus (bei 40.000 Einwohnern), sind es heute 3.000 (bei 31.000 Einwohnern). In Großenhain stieg die Zahl von 400 Ein- und Aussteigern 1998 auf 1.250 im Jahr 2017.

S-Bahn Elbe-Lausitz 

Die unter diesem Namen zusammengefassten drei S-Bahn-Linien werden in der Zukunft der Nachfrage nach schnellen und regelmäßigen Verkehren in den Ballungsraum aus Ostsachsen gerecht. Das Projekt beinhaltet Taktverdichtungen in der Hauptverkehrszeit auf den Strecken von Dresden nach Ottendorf-Okrilla und Kamenz, so dass ein Halbstundentakt entsteht, sowie einen regelmäßigen Stundentakt nach Bautzen.

Schon heute ist Bautzen eine der Städte mit einem besonders hohen Anteil an Pendlern nach Dresden und die regelmäßig überlastete Autobahn A 4 ist keine attraktive Alternative. Auch die anderen Strecken entwickeln sich positiv: Von 1998 bis 2017 ist die Zahl der täglichen Ein- und Aussteiger in Kamenz von 630 auf 1.300 gestiegen, in Königsbrück von 200 auf 290 und in Ottendorf-Okrilla von 590 auf 800.

RegionalExpress (RE) Elbe-Labe 

Eine regelmäßige Direktverbindung zwischen dem Dresdner Flughafen und dem nordtschechischen Ústí nad Labem ist das dritte Projekt für den SPNV. Bisher fahren die schnellen Direktzüge zwischen Dresden und Städten im Bezirk Ústí nur an Wochenenden und Feiertagen und dienen hauptsächlich dem Freizeitverkehr.

Mit einem täglich regelmäßig fahrenden Zug, der am Dresdner Flughafen endet, kann der Flughafen der Landeshauptstadt für den Norden der Tschechischen Republik eine attraktive Alternative zum Prager Airport sein: Heute benötigt man von Ústí rund eine Stunde mit dem Zug zum Prager Hauptbahnhof, muss umsteigen und fährt noch 30 Minuten Bus. Mit einem möglichen Direktzug zum Dresdner Flughafen ist man in mindestens der gleichen Zeit am Flughafenbahnhof und, dank des Terminals der kurzen Wege, schneller am Gate.


Nach einem positiven Votum in der Verbandsversammlung nimmt der VVO diese Projekte nun mit in den entstehenden Nahverkehrsplan auf und beginnt mit detaillierten Planungen für die neue Verbindungen.